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Goldakupunktur

Die Goldakupunktur stellt eine Spezialform der klassischen Akupunktur dar.
Eingesetzt wird sie bei Hunden, aber auch Katzen und Pferden zur Schmerztherapie von chronischen Gelenkserkrankungen, wie z.B. Hüftgelenksdysplasien (HD), Ellenbogendysplasien, Arthrosen und Veränderungen an der Wirbelsäule.

Entwickelt wurde die Methode in den USA von dem Veterinärmediziner Terry E. Durkes Ende der 70er Jahre und seither an tausenden von Hunden in den Vereinigten Staaten, Dänemark und der Schweiz erfolgreich durchgeführt.
Durch die Tierärzte Zomann, Kasper und Rosin wurde die Goldakupunktur vor vielen Jahren in Deutschland etabliert und wird mittlerweile auch hier erfolgreich praktiziert.


Wie funktioniert nun diese Therapieform?

An ausgewählte Akupunkturpunkte werden 24-karätige Golddrahtimplantate gesetzt – diese stimulieren die Akupunkturpunkte dauerhaft.
Über die Akupunktur werden körpereigene, schmerzregulierende Stoffe ausgeschüttet (z.B. Endorphin), diese Stoffe verändern dadurch die Schmerzwahrnehmung des Patienten (die Schmerzschwelle verändert sich) und die Problematik des chronischen Schmerzes wird durchbrochen.
Des Weiteren kommt es durch die Akupunktur zur Entspannung der chronisch verspannten Muskulatur rund um das erkrankte Gelenk, bzw. in dem gesamten Bewegungsapparat. Der Stoffwechsel in Gelenken und Muskulatur wird verbessert. Muskeln werden wieder aufgebaut, Schonhaltungen aufgegeben und das Gangbild des Tieres normalisiert sich teilweise oder vollständig.
Außerdem wirkt die Akupunktur über eine Normalisierung des Gewebe-pH-Wertes im Entzündungsgebiet. Es entsteht ein Säuremilieu (=pH), in welchem Schmerzempfindungen auslösende und übertragende Stoffe, welche im Verlaufe einer Entzündung entstehen, nicht mehr an der Nervenmembran angreifen können.

Der Auf- und Umbauprozess der Muskulatur dauert einige Monate und sollte optimalerweise physiotherapeutisch begleitet werden. Auch der Einsatz von chinesischen Kräutern und Nahrungsergänzungsmittel ist sinnvoll und unterstützt den Organismus sein neues Gleichgewicht zu finden.


Wie lange wirkt die Goldakupunktur und funktioniert sie bei jedem Patienten?


Eine Goldakupunktur wirkt ein Hundelebenlang, die Implantate verlieren nicht ihre Wirksamkeit! Trotzdem kann es sein, dass z.B. ein Hund mit schweren Arthrosen zusätzlich weitere Therapiemaßnahmen, wie z.B. regelmäßige Gelenksinjektionen benötigt um ein weitestgehend schmerzfreies Leben genießen zu können.
Die Rate derer, die auf eine Behandlung mittels Akupunktur überhaupt nicht ansprechen liegt bei etwa 5%.


Wie wird eine Goldakupunktur durchgeführt?


Zunächst werden eingehend die Probleme des Patienten aus Sicht des Besitzers erhoben, dann erfolgt eine sorgfältige Voruntersuchung bei der das Gangbild analysiert wird und die Schmerzpunkte, sogenannte Triggerpunkte ermittelt werden. Um ein Gesamtbild des Bewegungsapparates zu erhalten werden zusätzlich erforderliche Röntgenbilder digital angefertigt (ggf. erfolgen diese Aufnahme bereits in Sedation, z.B. Aufnahmen der Hüften).
Die Befunde werden besprochen und der Einsatz einer Goldakupunktur als Therapie abgewogen.
Nach Festlegung der passenden Akupunktur für das Schmerzgeschehen des Patienten erhält dieser einen venösen Zugang über den die Sedation mittels eines aufhebbaren Narkosemittels erfolgt.
Nachdem der Patient eingeschlafen ist, werden die entsprechenden Hautbereiche rasiert, sorgfältig gereinigt und desinfiziert.
Mittels einem speziell entwickelten Injektionsgerät werden nun die Goldimplantate an die Akupunkturpunkte z.B. direkt unter die Haut oder in die Muskulatur gesetzt. Diese Methode ist minimal invasiv und ist vergleichbar mit der Implantation eines Mikrochips.
Der Patient wird nach Beendigung des Eingriffs wieder aufgeweckt, er ist danach zwar noch etwas schläfrig , aber steh- und gehfähig.


Wie erfolgt die Nachsorge?

Der Umbauprozess des Patienten wird sorgfältig begleitet.
In den ersten 14 Tagen muss der Patient im Schritt an der Leine geführt werden, umso den Körper an die anderen Belastungsmöglichkeiten und das neue Bewegungsmuster zu gewöhnen. Nach Ablauf der 14 Tage erfolgt eine erste Nachkontrolle bei der erneut das Gangbild und die Schmerzpunkte beurteilt werden. Ggf. erforderliche Maßnahmen, wie physiotherapeutischen Behandlungen werden besprochen. Nach weiteren 4 Wochen erfolgt eine 2.Nachkontrolle bei der wiederum das Gangbild und die Schmerzpunkte betrachtet werden. Nach einem Zeitpunkt von 3 Monaten nach der Implantation erfolgt dann eine abschließende Untersuchung, bei den meisten Patienten ist der Auf- und Umbauprozess nun weitestgehend abgeschlossen.


Gibt es Nebenwirkungen? Risiken?

Da der Eingriff unter einer Sedation durchgeführt wird, besteht wie bei jedem operativen Eingriff ein gewisses Narkoserisiko. Die in der Sedation verwendeten Medikamenten sind aber gut steuerbar, so dass das Risiko von Komplikationen sehr gering ist. Bei älteren Tieren oder Tieren mit Vorerkrankungen kann das Narkoserisiko durch vorherige Blutuntersuchungen zusätzlich gesenkt werden.
Gelegentlich kommt es im Nachhinein zu Reaktionen der Haut durch die Rasur, auch kann es im Sommer zu Sonnenbrand in den geschorenen Bereichen kommen.
Bzgl. der Implantate sind bisher sehr selten Lageveränderungen beobachtet worden. Aufgrund der Verwendung von Reingold werden Abstoßungsreaktionen des Körpers vermieden, allerdings sind  wie bei anderen in den Körper eingebrachten Fremdmaterialien (z.B. Schrauben und Platten für Frakturbehandlungen) auch, Komplikationen nie völlig auszuschließen
 
Bei Tumorpatienten sollte auf eine Dauerakupunktur verzichtet werden, diese Patienten können aber durchaus bei Problemen des Bewegungsapparates mittels klassischer Akupunktur und auch chinesischen Kräutern unterstützt werden.

 
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